Schwammerlsuchen

Um Pilze gezielt zu finden und zu sammeln, muss man doch einigermaßen mit ihrer Lebensweise vertraut sein. Die Pilzpflanze lebt im Boden oder im Holz, dass was wir als Pilz sammeln ist eigentlich der Fruchtkörper. Verschiedene Pilze bevorzugen unterschiedliche Lebensräume. So existiert zum Beispiel in einem Nadelwald eine andere Pilzvegetation als in einem Laubwald. Auch die Kultivierung des Bodens spielt eine wesentliche Rolle. Durchforstete Kulturwälder sind ärmer an Pilzen als "verwahrloste" Naturwälder.
In einem Wald mit viel Gras, Farnen, Heidekraut und Heidebeeren wird sich kaum ein Pilz ansiedeln, denn ein Pilze bevorzugen Wälder mit mit hohem Moos und reichem Humus.

Die beliebtesten Standorte für Pilze sind bei Birken, Tannen und Buchen, während unter Eschen, Erlen und Linden wenig Ausbeute zu erwarten ist.

Sammlerprofis nehmen nicht jeden Pilz mit...

Fast alle Pilze sind standorttreu, und hat man einmal einen solchen Pilzgarten entdeckt sollte man sich den Standort merken. Denn dort werden sich immer wieder neu Pilze bilden, wenn man nicht alle Pilzfrüchte mitnimmt. Denn so hat der Pilz die Möglichkeit sich fortzupflanzen und kann weiterhin bestehen!

...Pflücken will gelernt sein!

Wer in die Wälder hinauszieht um seinen Speisezettel mit Schwammerl zu bereichern, muss natürlich die richtige Ausrüstung mit sich führen. Da Pilze möglichst luftig und druckfrei transportiert werden müssen sollte man einen Sammelkorb verwenden.
Bedenken Sie, dass Pilze die schwitzen ungenießbar werden und sogar beim Genuss zu Vergiftungen führen! Meiden sie deshalb Plastiktüten, Blechschachteln etc. um Pilze darin aufzubewahren.
Sie sollten außerdem immer zwei Sammelbehälter mitnehmen um die sicher bekannten Pilze und unsicher bekannten voneinander zu trennen. Wenn Sie einen Pilz entdeckt haben, der gesammelt werden soll, dann drehen Sie ihn vorsichtig aus dem Boden. Danach reinigen Sie ihn von allen anhaftenden Bodenteilen. Bei unsicheren Arten wird stets der ganze Pilz gesammelt. Da dadurch meist die zur Bestimmung geeigneten Merkmale nicht verloren gehen. Wenn Sie sich bei der Nachkontrolle daheim immer noch nicht ganz sicher sind sehen sollten Sie vom Verzehr absehen!
NUR RICHTIG GESAMMELTE PILZE KÖNNEN DAHEIM MIT BESTIMMUNGSBÜCHERN ÜBERPRÜFT WERDEN

Der Weg zum Kochtopf

Sehr oft wird die Ausbeute nicht noch am selben Tag, sondern erst tags darauf als Speise zubereitet. In diesem Falle ist es notwendig, dass die Pilze kühl und luftig aufbewahrt werden. Außerdem ist peinlichst genau zu überprüfen, ob nicht einzelne Stücke von Maden befallen sind. Um dies zu tun schneidet man verdächtige Pilze der Länge nach durch.
Nicht alle Pilze sind gleich gut lagerbar. Empfindliche Arten sollte man deshalb noch am "Tag der Pflückung" 10 Minuten im eigenen Saft schmoren. Danach kann man sie ähnlich wie gekochtes Gemüse einige Zeit kühl aufbewahren, bei feuchtwarmer und gewitterschwüler Luft ist allerdings Vorsicht geboten.
Man kann Pilzspeisen ohne Schaden aufwärmen. Die verbreitete Meinung, aufgewärmte Pilzspeisen können giftig wirken, ist falsch. Besonders bei reicher Sammelausbeute wird man oft nicht in der Lage sein , alles sofort zu essen. Man kann einige Arten trocknen oder einige nach dem kochen einfrieren. Tiefgefrorene Pilze müssen nach dem auftauen sofort verzehrt werden und dürfen nicht noch einmal aufgewärmt werden.
Beachten Sie bitte, dass verschieden Pilzarten verschieden zubereitet werden müssen, damit sich gut schmecken!


bei Pilzvergiftung....

Bei Verdacht auf eine Vergiftung durch Pilze sollte schnellstmöglich ein Krankenhaus aufgesucht werden. Erbrochenes, Putzreste des Pilzes oder Speisereste in einem Plastikbeutel mitnehmen. Kein Erbrechen auslösen und keine Milch einflößen. Beim Transport auf freie Atemwege und stabile Seitenlage (Erbrechen) achten.